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Filmeigenschaft
Technische Angaben
Der farbige Mikrofilm verfügt über 300 Linienpaare pro Millimeter.
Dies entspricht einer Auflösung von fast 8000dpi oder, bei einer Vollfiche 10.5x14.8cm, rund 44000px x 31500px, also 1.4 Milliarden Pixel!!
- Lichtempfindlichkeit: 1 ASA
- Reproduktionsmöglichkeiten: Mittels Scannern, Digitalisierungssystemen aller Art.
Es ist aber folgendes zu bedenken:
Der Farbige Mikrofilm hat Farbkurven, die sich von marktüblichen Werten wie z.B. den eines Kodak Ektachrome Filmes unterscheiden. Schlechte Scanresultate ab einem Mikrofilm resultieren daher oft aus dem fehlenden Verständnis oder dem ungenügenden Ausbildungsstand eines Scanneroperateurs oder aus der Tatsache, dass ein Scanner keine individuellen Tonwertkorrekturen oder Targets anbietet.
Hingegen hat der bitonale s/w Mikrofilm keine Graustufen. Daher gehen Halbtöne verloren.
Aus diesem Grund ziehen wir den farbigen Mikrofilm vor.
Geschichte
Die Geschichte des farbigen Mikrofilms
Während der SW Mikrofilm schon seit mehren Jahrzehnten eingesetzt wird, ist die Geschichte des farbigen Mikrofilms noch nicht so alt. Dabei bietet der farbige Mikrofilm im Vergleich zum Schwarz-Weiss Mikrofilm eine weitere Dimension, die Informationsspeicherung von wertvollen farbigen Originalen. Hier werden farbige Originale und Dokumente sowie Farbdias im Massstab 1:10 bis 1:50 verkleinert. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, muss er eine Reihe von Spezifikationen erfüllen, denen ein herkömmlicher Kamerafilm nicht Stand hält. Er muss eine grosse Farbstabilität besitzen, damit die Archivbeständigkeit gewährleistet ist. Bei den oft hohen Verkleinerungsmassstäben muss der Film ein hohes Auflösungsvermögen und eine niedrige Körnigkeit besitzen. Letztere ist auch für eine hohe Kantenschärfe verantwortlich. Diese niedrige Körnigkeit bewirkt, dass die Empfindlichkeit eines farbigen Mikrofilms sehr gering ist. (1) Der Micrographic Film von Ilford besitzt z.B. nur 1 ASA.
Dass der Mikrofilm kein Massenprodukt wie ein herkömmlicher Film ist, zeigt auch der Umstand, dass es eigentlich nur zwei Anbieter auf dem, Markt gibt. Die beiden Hersteller verfolgen beim Film jeweils eine anderes Verfahren. Kodak setzt auf chromogene Materialien, d.h., die nicht auf Dauer farbstabilen Filmfarbstoffe werden erst chemisch bei der Entwicklung gebildet. Bei 20°C und 50% Luftfeuchtigkeit wird diesem Film eine Farbechtheit von 25-40 Jahren zugestanden. Dahingegen wird dem Film von Ilford Micrographic® bei gleichen Bedingungen eine Haltbarkeit von 400 bis 500 Jahren zugestanden. Dies liegt an dem anderen Verfahren, dass Ilford anwendet. Ihr Mikrofilm basiert auf dem Cibachrome-Verfahren, das aus einer Silberfarbbleichtechnologie besteht. Dabei werden die stabilen Azofarbstoffe bereits in die Filmschichten eingegossen. Diese werden dann in der Entwicklung selektiv ausgebleicht. Das so entstehende Farbstoffbild enthält nach entsprechender Entwicklung kein Silber mehr und sollte bei Normallagerung über mehrere Jahrhunderte beständig sein. Selbst bei extremen Bedingungen (70°C und 50%Luftfeuchtigkeit) lagen nach 4 Jahren Messdauer die Abweichungen immer noch innerhalb der Fehlergrenze des Densitometers. Somit könnte die Haltbarkeit in Bibliotheksarchiven ebenso gut auf 2000-3000 Jahre angesetzt werden. (2)
Mehr Informationen über die Haltbarkeit anderer Filme im Vergleich zum Ilford Micrographic-Film finden Sie in einem unserer Newsletter.
Das Cibachrome-Verfahren ist im Vergleich zu allen anderen Filmverfahren ein relativ junges Verfahren. Die Ausarbeitung des Silberfarbstoffbleichverfahrens wurde 1948 durch Ilford Ltd (England) in Zusammenarbeit mit der Geigy AG(Schweiz) vorgenommen. Die Forschung zum Silberfarbbleichverfahren begann erst 1952 bei Ciba in Basel. Die erste Vorstellung von Cibachrome fand anlässlich der Photorama 62 im Frühjahr 1962 statt. Der erste Cibachrome Micrographic Film wurde 1971 in England für militärische Zwecke hergestellt. Der heutige Micrographic-Film wurde 1982 in die Produktion aufgenommen, die Markteinführung erfolgte sogar erst 1985. (3)
Ilford bietet zwei Typen, M und P Film, an. Der M-Typ hat einen hohen Kontrast während der P-Typ einen niedrigen Kontrast hat.
Wegen den offensichtlichen Vorzügen des Ilford Micrographic® Films findet in unserem Hause ausschliesslich dieser Film Anwendung. Martin Gubler ist 1982 an der ETH Zürich das erste Mal mit dem farbigen Micrographic-Film in Kontakt gekommen. Kurz darauf ist bei uns die Produktion mit diesem Film gestartet worden.
(1) MFM Ausgabe 2/88 Seite 77 von Dr. Robert Nowak
(2) ABI Technik 15, Ausgabe 4/1995, Seite 409 von W. R. Schmidt
(3) MFM Ausgabe 10/1993, Seite 49 Auskünfte Dr. Armin Meyer
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